Stellungnahme zum erneuten Angriff auf das Balthasar am 11.09.2016 vom AStA Bamberg e.V.

(vom 20.09.2016)

Balthasar am 11.09.2016

Am Sonntag, den 11.09.2016, kam es in Bamberg zu einer Demonstration der Neonaziorganisation „3.Weg“. Im Zusammenhang damit wurden am Balthasar wieder faschistische Schmierereien hinterlassen. Neben den „SS“-Runen und einem Hakenkreuz wurde der Satz „We are back again“ gesprayt.
Es ist traurig, mit anzusehen, dass die Nazis jedes Jahr wieder in Bamberg ihre Hetze verbreiten können. Noch trauriger ist, dass es schon eine feste Tradition zu sein scheint, dass Rechtsradikale das Balthasar angreifen oder bedrohen. Auch wiederholt sich leider erneut der Umstand, dass Polizei und Stadt die Bedrohung durch die Nazis unterschätzen oder gar zu verharmlosen scheinen. Laut einem Polizisten am Tatort seien alle „wichtigen Personen“ derzeit im Gefängnis und es wurde ernsthaft die Frage gestellt, ob die Sachbeschädigung mit den rechtsradikalen Symbolen nicht auch von linken Aktivisten stammen könnten. Dass diese Verharmlosung von Grund auf falsch und mindestens grob fahrlässig ist, hat sich unter anderem gezeigt, als Mitglieder der Splitterpartei „Die Rechte“, die immer wieder als „bedeutungslos“ hingestellt wurde, wegen Angriffen auf das Balthasar verurteilt wurden und seit knapp einem Jahr wegen Sprengstoffbestellungen und geplanten Terroranschlägen angeklagt sind.

Die erneute Attacke auf den Mehrzweckraum Balthasar knapp ein Jahr nach der medial große Aufmerksam erzeugenden Razzia im Oktober 2015 zeigt, dass die Bedrohung durch Neonazis akut ist und es ein starkes und aktives Bündnis gegen diese Umtriebe braucht.

Das „Balthasar“ ist ein Mehrzweckraum, der studentischen Initiativen und unterschiedlichsten Gruppierungen, wie der „Amnesty International Hochschulgruppe“, dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus und dem Hochschulpolitischen Referat der Studierendenvertretung, der „freien uni bamberg“, der „Jugendgruppe Bund Naturschutz“, sowie dem Team von „kontakt – Das Kulturfestival“ eine Möglichkeit bietet, Sitzungen, Vorträge und Projekte zu verwirklichen, für die die Universität keine Räumlichkeiten bietet. Ihn als „linken Szenetreff“ zu bezeichnen, wie es immer wieder zu lesen ist, ist deutlich zu kurz gegriffen. Eigentümer ist das Studentenwerk Würzburg, das den Raum dem Förderverein der Studierendenvertretung AStA Bamberg e.V. mietfrei zur Verfügung stellt. Es steht außer Frage, dass das „Balthasar“ wegen seiner Positionierung als Freiraum, in dem kein Platz für Diskriminierungen, wie Rassismus, Sexismus, Homophobie oder Antisemitismus ist, auch weiterhin Zielscheibe von rechtem Terrorismus bleibt. „Angegriffen wurde das Balthasar, gemeint sind wir alle“, so die Botschaft der Nutzerinnen und Nutzer des „Balthasar“.

Aus der gemeinsamen Presseerklärung des AStA Bamberg und der Stadt Bamberg vom 13.11.2015:

Gemeinsame Erklärung der Stadt Bamberg und der AStA Bamberg e.V.:
„Wir stellen uns klar gegen Angriffe und Einschüchterungsversuche von Rechtsextremen, weil die selbstbestimmte und freie Organisation einer pluralistischen Zivilgesellschaft unser höchstes Anliegen ist. In Bamberg ist kein Platz für Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus, Islamophobie oder jegliche Form der Xenophobie. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, nicht wegzusehen oder wegzuhören, wenn solche Anfeindungen im öffentlichen wie im nicht-öffentlichen Raum geäußert werden, sondern sich aktiv für die freie Meinungsäußerung und die demokratischen Grundrechte aller Menschen einzusetzen.“


0 Antworten auf „Stellungnahme zum erneuten Angriff auf das Balthasar am 11.09.2016 vom AStA Bamberg e.V.“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


fünf + = acht